PRESSEMITTEILUNG
Hamburg/Bremen, 2. April 2025
Mit Tensiden, Flagellen und Goldenem Schnitt zum Erfolg
Acht junge MINT-Talente aus Bremen qualifizieren sich für das 60. Bundesfinale von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb
Für den 60. Bundeswettbewerb von Jugend forscht haben sich acht talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Bremen qualifiziert. Die Landessiegerinnen und Landessieger wurden heute in der Hansestadt ausgezeichnet. Beim Landeswettbewerb, ausgerichtet von Airbus, präsentierten 33 Jungforscherinnen und Jungforscher insgesamt 22 Forschungsprojekte.
Landessieger im Fachgebiet Arbeitswelt wurde Jimmy-Lee Cibis vom Technischen Bildungszentrum Mitte. Der 19-Jährige entwickelte spezielle digitale Türschilder zur Verbesserung der Informationsprozesse in Schulen. Die Schilder sind akkubetrieben und werden über das interne WLAN-Netzwerk gesteuert. Direkt vor den Klassenräumen angebracht, können sie insbesondere die aktuelle Belegung sowie Informationen zu Unterrichtsausfällen und Raumwechseln anzeigen.
Marharyta Nikolaienko (18) vom Hermann-Böse-Gymnasium errang den Landessieg in Biologie. Sie untersuchte die Wirkung von Tensiden, die in zahlreichen Reinigungsmitteln enthalten sind, auf das Wachstum von Pflanzen. In Experimenten wies sie den Effekt verschiedener Tensidkonzentrationen im Wasser anhand unterschiedlicher Wurzellängen nach.
Im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften war Leander Lohmann (20) von der Freien Waldorfschule Bremen Osterholz erfolgreich. Der Jungforscher entwickelte ein eigenes Klimamodell, mit dessen Hilfe er eine Reihe aktueller Fragestellungen in diesem Bereich in den Blick nahm. Er untersuchte unter anderem verschiedene Störungen des Klimasystems, etwa durch Treibhausgasemissionen, und konnte dabei spezifische Kipppunkte identifizieren.
Per Garbrecht (15) und Jonas Bunkowski (15) von der Oberschule Rockwinkel siegten im Fachgebiet Technik. Die beiden entwarfen einen speziellen bionischen Antrieb für den Einsatz in Tauchbooten. Ihr Konzept fußt auf den fadenartigen Flagellen, die etwa von Bakterien oder tierischen Einzellern zur Fortbewegung genutzt werden.
Gleich zwei Landessiege gab es in Mathematik/Informatik. Irem Olkun (19) vom Hermann-Böse-Gymnasium ging der Frage nach, ob es mit mathematischen Methoden gelingt, eine objektive Erklärung für die menschliche Wahrnehmung von Schönheit zu finden. Sie konnte zeigen, dass Gesichter als weniger attraktiv wahrgenommen werden, je stärker sie vom Goldenen Schnitt abweichen, einer aus der Antike stammenden Gestaltungsregel.
Auch Lucas Jeremias Knapp (19) und Jonte Sören Walter (18) vom Schulzentrum des Sekundarbereichs II Utbremen überzeugten die Jury in Mathematik/Informatik. Sie entwickelten eine App und untersuchten, ob sich durch damit gezielt gesendete Benachrichtigungen das Nutzungsverhalten in sozialen Netzwerken beeinflussen lässt. Mit diesem Ansatz konnten sie in Tests die tägliche Bildschirmzeit erkennbar reduzieren, was künftig einen bewussteren Umgang mit Social Media ermöglichen könnte.
Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 60. Bundesfinale vom 29. Mai bis 1. Juni 2025 in Hamburg statt. Gemeinsame Ausrichter sind die Stiftung Jugend forscht e. V. und die Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg. Premiumförderer der Siegerehrung ist die Lufthansa Technik AG.
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